Apistogramma helkeri – erstmals lebend eingeführt.

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Apistogramma helkeri  lebend eingeführt!

(Staeck & Schindler, 2013)

 

Von Peter Dittrich

A.helkeri_1_PDIch habe ja in meinen Beiträgen des Öfteren meinen guten Freund Roland Rietsch (Berlin) erwähnt – zumeist im Zusammenhang mit importierten Cichliden, wie Aqeuidens, Mesonauta oder Heros. Das sind Fische, mit denen ich mich eher beschäftige, als mit kleineren Cichliden. Roland hingegen befasst sich auch mit kleinen Cichliden und so verwundert es nicht dass er von seinen Reisen auch einmal Zwergcichlden wie beispielsweise Crenicichla, Laetacara, Dicrossus oder auch Apistogramma mitbringt. 2013 berichtete ich über A. diplotaenia den Rietsch lebend einführen und sogar vermehren konnte. Um eine wesentlich seltenere Art die laut Staeck (2015) bisher überhaupt noch nicht eingeführt wurde soll es in diesem kurzen Beitrag gehen. Apistogramma helkeri.

Staeck & Schindler beschrieben diese wirklich schöne Art 2013 und benannten diese nach dem Mann der sie erstmals vorstellte  Oliver Helker (2013). In der Beschreibung ist folgendes zu lesen: Apistogramma helkeri sp. n. wird aus dem Flusssystem des unteren Río Cuao aus dem Estado Amazonas in Venezuela beschrieben. Die neue Art ist Apistogramma hongsloi (Kullander, 1979) am ähnlichsten, unterscheidet sich von jener Spezies jedoch durch ihre Färbung und die Form der Rückenflosse. Die neue Art lässt sich von allen anderen bisher beschriebenen Apistogramma-Arten durch die Kombination folgender diagnostischer Merkmale abgrenzen: Schwanzflosse rundlich, transparent und ungemustert; Häute der Dorsale kurz, gestutzt, nicht verlängert oder ausgezogen; Schwanzwurzelfleck vertikal vergrößert; Längsband ketten- oder zickzackförmig, endet vor dem Schwanzwurzelfleck auf dem 7. Querband; oberer Brustflossenfleck vorhanden; zwei deutliche Unterkörperstreifen.

Anfang 2015 gelang es Rietsch und seinen Reisebegleitern diesen hübschen Zwergbuntbarsch am und um den Typusfundort herum zu beobachten und zu sammeln und einige lebende Exemplare nach Deutschland zu importieren. Bisher sind nur Fundorte nur vom Rio Cuao überliefert, dieser mündet in den Rio Sibapo einem rechtseitigen Nebenfluss des Rio Orinoco. Staeck (2015) gibt für den Fundort  folgende Wasserparameter an: Schwarzwasser mit einem pH-Wert um 5, die elektrische Leitfähigkeit des Wassers lag bei unter 10 µS/cm, die Gesamt- und Karbonathärte waren niedrieger als 1°dH, die Temperatur gibt er mit 24,1°C (im Schatten) an.

Rietsch bietet seinen Pfleglingen stets ähnliche Wasserparameter im Aquarium an wie er sie an den Fundorten seiner Importe gemessen hat. So bleibt nachzutragen dass ihm die Vermehrung bereits gelungen ist. Der entsprechende Artikel erscheint in der DCG Information 1/2016

Literatur

Helker, O. (2013): Die Apistogramma-Arten des Orinoco-Beckens. – DATZ 66 (4):84.

Schindler, I. & W. Staeck (2013): Description of Apistogramma helkeri sp. n., a new geophagine dwarf cichlid (Teleostei: Cichlidae) from the lower Rio Cuao (Orinoco drainage) in Venezuela. – Vertebrate Zoology 63 (3): 301-306.

Staeck, W. (2015): Apistogramma helkeri erstmals lebend eingeführt. DATZ 68 (6): 8 – 9.