Reisebericht Thailand

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geschrieben von Florian Lahrmann

Der Kurztrip nach Thailand war großartig! Meine Idee war ja, mir dort günstig zwei Maßanzüge schneidern zu lassen und die Zeit dazwischen zu nutzen, um sich die dortige Natur anzusehen und natürlich auch ein paar Fische zu fangen. Begleitet hat mich dabei Frank Lehmann vom Tegler Aquarienverein.

Nach einer ziemlich schlauchenden Anreise von rund 20 Stunden mussten wir in Bangkok zunächst einmal ein Hotel finden, denn wir hatten vorher nichts gebucht. Wir haben uns am frühen Morgen vom Flughafen mit dem Taxi durch den Dauerstau in den Stadtteil Sukhumvit bringen lassen, wo auch die mir empfohlene Schneiderei lag. Dort gibt es viele Hotels und auch das berühmte Party- und Rotlichtviertel Patpong. Nachdem die ersten beiden Hotels, in die wir unsere Koffer nach einer durchwachten Nacht im Flugzeug geschleppt hatten, ausgebucht waren, haben wir dann im Hotel Ambassador eine Bleibe gefunden. Es hat uns gleich gefallen, da in der Lobby zwei riesige Aquarien standen. Zwar ist das Interieur des Hotels schon etwas in die Jahre gekommen, es war aber ansonsten großzügig ausgestattet und eigentlich auch relativ luxuriös und mit sehr zuvorkommenden Service.

Direkt in der Umgebung gibt es zahlreiche Bars und Restaurants, wo wir überall sehr gut und günstig gegessen haben. Nach einem kurzen Erholungsschläfchen haben wir uns dann aber gleich mit dem Tuctuc ins nahegelegene Padpong bringen lassen und uns dort in das Nachtleben gestürzt. Nach einem reichhaltigen typisch thailändischen Essen in einer Straßenküche haben wir uns dann eine traditionelle Thaimassage gegönnt. Wobei ich das Glück hatte, eine Masseurin zu bekommen, während Frank mit einem jungen Mann Vorlieb nehmen musste. Der hat ihn aber leider so hart rangenommen, dass er sich irgendwie die Rippen verletzt hat. Er konnte dann die ganze Reise über nicht mehr lachen, ohne sofort einen stechenden Schmerz in der Brust zu spüren.

Am nächsten Tag ging es dann auch schon weiter mit dem Flugzeug runter in den Süden Thailands nach Nakhon Sri Thammmarat. Dort hat uns Jens Kühne am Flughafen abgeholt und in sein Ressort gefahren, welches abgelegen in einem Nationalpark direkt an einem wunderschönen Fluss sehr idyllisch liegt. Er wohnt dort mit seiner Frau Surisa. Jens ist auch begeisterter Aquarianer und hat eine beeindruckende Anlage mit allerlei interessanten Fischen, die direkt mit Wasser aus dem Fluss durchflossen wird. Er bietet geführte Touren in die Umgebung an für Naturfreunde, nicht nur Aquarianer, sondern auch Terrarianer, Pflanzen- insbesondere Orchideenfreunde kommen dort voll auf ihre Kosten. Außerdem sieht man natürlich jede Menge skurrile Insekten, große Spinnen oder bunte tropische Asseln, laut Jens zur Zeit der absolut heiße Trend in der Heimtierhaltung! In dem kleinen Fluss direkt vor der Haustür kann man gleich morgens baden und sieht direkt eine Vielzahl von Fischen, verschiedene Arten Schmerlen, Barben, Bärblinge und Maulbrütende Kampffische. Auch Stachelaale, Büffelkopfwelse und Schlangenkopffische finden sich direkt in der Umgebung der Unterkunft. Außerdem werden die Gäste von Surisa mit original thailändischen Essen ganz hervorragend verpflegt.

Natürlich haben wir auch Ausflüge in die Umgebung unternommen. Am ersten Abend stand eine Nachtwanderung im Wald an, bei der uns eine Vielzahl krasse Insekten, Vogelspinnen, verschiedene Agame, Geckos und allerlei anderes Getier begegnet sind. In einem kleinen Bach über dem Haus leben Channa gachua in nicht allzu großen Gumpen und lassen sich vom Ufer aus beobachten. Auch Biotope mit Beta imbellis, Trichopsis vittata, Trichogaster und Boraras maculata haben wir befischt. Fast überall gab es auch außerdem eine Vielzahl an Barben und Bärblingen.

Etwas gruseliger Höhepunkt war aber sicher der Besuch einer Höhle. Hier sind wir einem unterirdischen Bachlauf folgend ca. einen Kilometer tief in die teilweise enge Höhle eingestiegen, um dort seltene Knallkrebse der Gattung Alpheus zu finden. Die hatte ich mir gewünscht. Knall- oder Pistolenkrebse kommen eigentlich hauptsächlich im Meer- oder Brackwasser vor. Dort jedoch gibt es eine Art, die nur im Süßwasser lebt, wie ich aus einem Artikel von Jens wusste. In der Höhle gab es außerdem riesige, Fische fressende Piratenspinnen, drei verschiedene Arten Welse, die sich leider nicht fangen ließen, ebenfalls Channas und auch zwei Boas haben wir im Wasser gesehen. Und natürlich jede Menge Fledermäuse.

Nach drei Nächten bei Jens und Surisa und ihren zahlreichen Katzen ging es dann leider schon wieder zurück nach Bangkok, wo wir noch eine Anprobe beim Schneider hatten und zwei weitere Nächte im Hotel Ambassador. Aber auch dort wurde uns nicht langweilig, wir haben den Tag genutzt, um den Tiermarkt von Jatujak zu besuchen. Da es mitten in der Woche war, war der große berühmte Markt leider nicht geöffnet, aber auch der kleine Markt war schon sehr erstaunlich, so viele Aquarienfische. Von der Auswahl etwas anders als bei uns, so gab es alle erdenklichen Formen von Goldfischen, Flowerhorns und anderen Krüppelzüchtungen. Natürlich auch Siamesische Kampffische in allen Formen und Farben, von denen wir jeder ein besonders schönes Paar für wenig Geld erstanden haben. Aber auch bei uns übliche Aquarienfische wie Salmler oder Malawibuntbarsche gab es zu sehen. Außerdem Land- und Wasserschildkröten, Krebse und allerlei anderes Getier, wie Hunde, Hörnchen, und allerlei Vögel, die leider zum Teil unter wirklich erbärmlichen Umständen bei der Hitze in engsten Käfigen gequetscht waren. Auch bei der Präsentation der Fische in total überbesetzten Aquarien, Tüten oder einfach in Plastikkisten hätte jeder Börsenwart bei uns einen Nervenzusammenbruch bekommen. Sehr interessant war es trotzdem.

Wer mal zu Jens Kühne möchte, kann ich nur empfehlen: www.mahachai-tours.com