P.Dittrich – Tag der StadtNatur 2012 – Wir waren dabei…

Allgemein

Lebensraum Regenauffangbecken

Die Aquarienfreunde Berlin Tegel 1912 e.V. beteiligen sich im am

Langen Tag der StadtNatur in Berlin

Peter Dittrich

Der lange Tag der StadtNatur ist eine Veranstaltung die den kleinen und großen Berlinern ihre Stadt mal von einer anderen Seite nahe bringen will. Schirmherr dieser Veranstaltung ist die Stiftung Naturschutz Berlin. Über 500 Veranstaltungen fanden am Wochenende 17-18.06. 2012 statt, hierbei ging es von A wie Abenteuerspielplatz bis Z wie Zoologischer Garten. Die Aquarienfreunde Berlin Tegel 1912 e.V. haben sich entschlossen aktiv an dieser Veranstaltung teilzunehmen und den kleinen und großen Berlinern den Lebensraum Regenauffangbecken bis ins kleinste Detail vorzustellen. Ein wichter Grund für die Teilnahme der Aquarienfreunde Berlin-Tegel 1912. e.V. ist war auch den Menschen zu zeigen dass Aquaristik nichts mit Tierqäulerei zu tun hat sondern wichtige Arbeit zum Artenschutz und zur Arterhaltung beiträgt! Leider sehen viele Menschen Aquarianer als „Biopiraten“, gerade in Gegenden in denen ohnehin ein großer Anteil der Bevölkerung großen Wert auf Bioprodukte und „ökologisch korrekte Lebensweisen“ legen wird die Haltung und Pflege von „Exoten“ eher negativ betrachtet. Hier wollten wir ansetzen und den Menschen erzählen dass die Aquarianer und Terrianer sehr wichtige und wertvolle Arbeit leisten. Ich denke es ist uns zu einem großen Teil gelungen!

Ort dieser Aktion war das Regenauffangbecken Eichenpfuhl in der Neubrückerstraße in Berlin Frohnau. Die Aquarienfreunde Berlin Tegel 1912 e.V. haben seit 1956 einen Pachtvertrag mit der Stadt und sind berechtigt in diesem und anderen Regenauffangbecken Lebendfutter für ihre Aquarienfische zu entnehmen. Im Vorfeld der Veranstaltung haben die Aquarienfreunde mehrere große Anschauungstafeln erstellt welche die Nahrungskette im groben optisch darstellen. In Aquarien konnten die Besucher die Lebewesen des Regenauffangbeckens live beobachten, von der Kaulquappe bis hin zum Wasserläufer war alles dabei.

Natürlich weiß der Aquarianer was er in einem Tümpel alles so fangen kann. Er kennt die rote und die weiße Mückenlarve, den Wasserfloh und auch die eine oder andere Insektenlarve. Aber die Aquarienfreunde Berlin Tegel 1912 e.V. wussten, dass es nicht ausreichend sein kann, dem interessierten Besucher einfach nur einen Wasserfloh oder eine Mückenlarve zu zeigen. Sie waren sich schnell darüber im Klaren, dass ein Fachmann auf diesem Gebiet her musste! Wer die Aquarienfreunde kennt, der weiß auch, dass sie sich nicht mit zweitklassigen Leuten in die Öffentlichkeit stellen, wenn sie ein Projekt in Angriff nehmen, dann wollen sie den oder die bestmöglichen Mann oder Frau für dieses Projekt gewinnen! Auch am langen Tag der StatdtNatur haben sie es geschafft einen Top-Mann zu gewinnen, es ist niemand geringeres als Dr. Oliver Zompro!

Dr. Zompro hat etliche Artikel zum Thema Wirbellose geschrieben und ist ein international anerkannter Fachmann für Wirbellose. Wie es sich für einen Fachmann gehört kam Oliver zum Ort des Geschehens natürlich nicht ohne ein Mikroskop durch welches die Besucher das komplexe Leben des Biotop Regenauffangbecken bis ins kleinste Detail beobachten konnten. Er selbst war sehr überrascht von der Vielfalt und von der Qualität der Kleinstlebewesen. Er konnte recht ausgefallene Larven von Käfern, Fliegen, Schnecken und sonstiges Zooplankton entdecken. Sehr erfreut war er dass er den Besuchern die Larve des Furchenkäfers in verschiedenen Stadien live und in Farbe unter dem Mikroskop mit dreißigfacher Vergrößerung zeigen konnte. Gerade für die kleinen Besucher war die Live-Monster-Show sehr interessant. Sie stellten sehr viele Fragen was uns zeigte dass die nächste Generation von Aquarien und Terrarienfreunden heranwächst.

Aber nicht nur die Besucher erfuhren wissenswerte Informationen, auch die Mitglieder der Aquarienfreunde Berlin Tegel lernten noch eine ganze Menge dazu. Zum Beispiel anhand welcher Merkmale man einheimische Schnecken unterscheiden kann.

Besonders auffällig sind die große Spitzschlammschnecke, die Posthornschnecke und die Sumpfdeckelschnecke, die unsere größten heimischen Arten darstellen. Doch die auffallende Größe bedeutet nicht, daß diese Arten enger miteinander verwandt sind, denn auf den zweiten Blick erkennt man die trotz der Größe recht unauffälligen, aber hinsichtlich ihrer Verwandschaft umso wichtigeren Merkmale. So fällt bei der recht gedrungenen Sumpfdeckelschnecke auf, daß die Schnecke ihr Gehäuse mit einem Deckel verschließen kann, der den anderen beiden Arten fehlt. Sie kann daher auch in Gewässern überleben, die zeitweise nur wenig Wasser führen. Das hochgewundene Gehäuse der Spitzschlammschnecke wird bis zu sieben Zentimeter hoch, sie ist dadurch unsere größte im Süßwasser lebende Schneckenart. Das Gehäuse der Posthornschnecke hingegen ist flach aufgerollt, woher der Name dieser Schnecke rührt, da sie an ein Posthorn erinnert. Den wichtigsten Unterschied bemerkt man aber erst, wenn man sich einmal genau ansieht, wo die Spitze des Gehäuses, also ihr Ursprung liegt. Dann wird man feststellen, daß das Gehäuse der Spitzschlammschnecke rechts, dass der Posthornschnecke aber links herum gewunden ist. Sie gehören daher zu ganz unterschiedlichen Familien.

Dr. Zompro und natürlich auch die Mitglieder der Aquarienfreunde Berlin Tegel 1912 e.V. stellten sich den Fragen der Besucher und klärten diese über die Bedeutung der Regenauffangbecken auf. Viele der Besucher waren ob der großen Artenvielfalt erstaunt, denn sie hätten nie gedacht das sich in ihrer unmittelbaren Umgebung für das natürliche Stadtleben wichtige Lebensräume befinden und viele der Besucher machten sofort klar dass sie sich für die Erhaltung dieser Lebensräume einsetzen werden und diese auch aktiv schützen wollen indem sie zum Beispiel Müll sammeln oder Unregelmäßigkeiten sofort bei den Behörden melden wollen. Viele dieser Auffangbecken sind im laufe der Jahre stark vernachlässigt worden, teilweise wurden sie zugeschüttet um Baugrundstücke zu schaffen. Der Tag der StadtNatur trug dazu bei den Menschen zu zeigen wie wichtig diese Lebensräume sind und wie einfach es doch ist Menschen zu ermutigen und vor allem zu begeistern sich aktiv für den Umweltschutz einzusetzen. Natürlich ist die Erhaltung dieser Lebensräume auch im Interesse der Aquarianer der Stadt denn wie schon erwähnt können sie hier erstklassiges Lebendfutter für ihre Pfleglinge fangen.Natürlich werden die Aquarienfreunde auch im kommenden Jahr wieder aktiv am langen Tag der StadtNatur teilnehmen, sicherlich gibt es einige Dinge die geändert und verbessert werden können, daran werden wir intensiv arbeiten. Auch Dr. Zompro wird wieder mit von der Partie sein. Auch er wird im kommenden Jahr einge Geschütze mehr auffahren, zum Beispiel bringt er Schaukästen mit allen möglichen Präparaten einheimischer Teichbewohner mit.